Wenn Feuer ausbrach, galt es so schnell wie möglich, den Hornisten (Trompeter) zu alarmieren.
Sein Horn rief dann die Feuerwehrmänner zum Einsatz. Im Jahre 1910 gab es in Schönfeld zwei Signalhornisten und zwei Trommler, die für die Nachrichtenübermittlung der Feuerwehr zur Verfügung standen.
In den zwanziger Jahren waren es schon einige Kameraden mehr, die ein Blasinstrument spielen lernten. Mit Hilfe von Grifftabellen und durch gegenseitiges Lernen wurde die fehlende Anleitung ersetzt.
Das Jahr 1926 bedeutete den Anfang der Schönfelder Blasmusik. Unter Leitung des Kameraden Martin Meyer traten die Musiker zum ersten Mal öffentlich als Feuerwehrkapelle auf.
Der Neuanfang nach dem Krieg war wie überall sehr schwierig. Nach und nach fanden sich in zunehmender Zahl Musiker zu den Proben im Gasthof "Braustübl" ein, welche später im "Gasthof zum Löwen" stattfanden und dort bis zur Schließung aus Altersgründen bis 2005 durchgeführt wurden. In dieser schweren Anfangszeit hatte Kamerad Willy Sprenger bis zum Jahre 1961 die Leitung der Kapelle inne. Danach vertauschte der Kamerad Roland Schmidt die Klarinette mit dem Dirigentenstab und leitete mit Energie und Herzblut die Geschicke der Kapelle. Bis zu seinem altersbedingten Abschied im Dezember 1995 war Roland (mit Unterbrechungen) über 30 Jahre Chef und zu allen Zeiten so etwas wie die "Seele" vom Ganzen.
Um die Qualität des Musizierens stets zu verbessern, wurden Musiklehrer als musikalische Leiter für den Klangkörper gewonnen. So die Musiklehrer Theodor Norton, Kurt Hüttenrauch und Otto Scherf. Otto Scherf leitete von 1971 - 1977 das Orchester und besonders unter seiner Stabsführung machte das Feuerwehrorchester den größten qualitativen Sprung. Es begann eine Zeit mit Einstufungen, Ausscheiden und Wettbewerben, die das Orchester über die Kreisgrenzen hinausführte. Ein Höhepunkt war sicherlich die zweimalige Teilnahme am Schaumusizieren in der Stadthalle im damaligen Karl-Marx-Stadt und die Musikschau in Plauen. Bei Einstufungen konnte der Titel "Oberstufe" erreicht werden, welcher ein sehr gutes Ergebnis für die Schönfelder Musikanten war. Auch die mehrmalige Verteidigung des Titels "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" konnte vom Orchester erreicht werden, welches insbesondere der Verdienst der Kameraden Peter Meyer und Roland Schmidt war.
In besonders enger Weise war und ist der Name Gernot Schöne mit der Geschichte des Orchesters verbunden. "Maßgeschneiderte" Bearbeitungen und Kompositionen, fachliche Betreuung und praktische Aushilfe als Instrumentalist durch das Mitglied der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz setzten uns Jahrzehnte musikalische Maßstäbe.
Damals wie heute pflegte und pflegt das Schönfelder Feuerwehrorchester die Freundschaft zu anderen Klangkörpern. Der Besuch des Blasorchesters aus Weipert in der damaligen CSSR im Jahre 1964 in Schönfeld und der Gegenbesuch der Schönfelder Musikanten im Jahre 1966, unter damals noch recht schwierigen äußeren Bedingungen, sind ein beredtes Beispiel dafür. (Aus dem Jahre 1964 liegen sogar diverse Tonaufnahmen dieses Freundschaftstreffens vor, die Qualität ist natürlich durch die damalige Technik sehr beschränkt. Wer Interesse daran hat kann die 2 CD's über unser Orchestern erhalten.)
Zum 70-jährigen Jubiläum des Orchesters im Jahre 1996 wurden Gastkapellen aus Buxheim und Wattenweiler (Bayern), sowie weitere Kapellen aus dem Landkreis Annaberg im Rahmen des 13. Kreisblasmusiktreffens in Schönfeld begrüßt.


